Journalistenpreis "Rechtsextremismus im Spiegel der Medien" 2016 und Gala "TON ANGEBEN. Gegen Rechte Gewalt"

Rechtsextremismus im Spiegel der Medien

Der Deutsche Journalistenverband, Landesverband Sachsen-Anhalt und das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt haben zum fünften Mal den gemeinsamen Journalistenpreis:

"Rechtsextremismus im Spiegel der Medien"

ausgeschrieben.

Gewürdigt werden sollen herausragende Justizreportagen und Berichterstattungen, die sich mit dem Themenkreis rechter Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit befassen.

Der Preis ist mit insgesamt 3.000 Euro (2 x 1.500 Euro) dotiert. In diesem Jahr wurde zudem ein Sonderpreis (500 Euro) vergeben.

Weiter Infos auch beim Deutschen Journalistenverband, Landesverband Sachsen-Anhalt.

Die Preise wurden am 21. Januar 2016 im Rahmen der Gala "TON ANGEBEN. Gegen rechte Gewalt" im Schauspielhaus Magdeburg verliehen, zu der die Landeszentrale für politische Bildung, das Theater Magdeburg und das Justizministerium eingeladen hatten.

Die Preisträger des Journalistenpreises "Rechtsextremismus im Spiegel der Medien 2016" (Fotos: Marco Sensche)

Kategorie Print-/Online-Preis (1.500 Euro)

Preisträger der Kategorie Print-/Online Justus Bender und Matthias Wyssuwa (FAZ) in der Mitte Laudatorin Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen

Justus Bender und Matthias Wyssuwa
für den Beitrag "Sie kommen", erschienen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 15. August 2015

Eine Woche lang sind die FAZ-Politikredakteure Bender und Wyssuwa in das Dorfleben von Häslich in Sachsen eingetaucht. In dieser Woche kamen 32 Asylbewerber in dem Dorf an. Ihre Reportage beschreibt nüchtern, was sie erlebt und gehört haben. Es ist eine Geschichte darüber, wie ein Dorf widerwillig auf die Zuzügler wartet und Gegenwehr organisiert. Ein Dorf, in dem keiner "rechts" sein will, aber niemand einschreitet, als der NPD-Mann in der Runde vor Auschwitz-Vergleichen nicht zurückschreckt. Die Autoren haben ein Brennglas auf einen kleinen Ort in Deutschland gerichtet. Ihre Reportage zwingt uns die Frage auf: Wie viel "Häslich" ist überall in Deutschland?

Kategorie Fernseh-/Hörfunk-Preis (1.500 Euro)

Preisträger der Kategorie Fernseh/Hörfunk Albrecht Radon (mdr) rechts: Laudator Uwe Gajowski (Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbands Sachsen-Anhalt)

Albrecht Radon
für den Fernsehfilm "Das Dorf Stresow und sein lieber Neonazi", erstmals ausgestrahlt in "MDR exakt" am 8. Juli 2015.

Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Dennis Wesemann, polizeibekannter Neonazi, der vom Rechtsextremen dominierte FC Ostelbien Dornburg und das Dort Stresow in Sachsen-Anhalt, in dem Wesemann Ortschaftsrat ist. Radon spricht mit Stresowern, die "kein Problem" darin sehen, dass ein Rechtsextremer Entscheidungsträger im Ort ist, und solchen, die Angst haben. Der MDR hat mehrfach über Wesemann berichtet; hier interviewt das Team auch Erwin Bugar, den Präsidenten des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt und konfrontiert ihn mit Aufnahmen brutaler Attacken durch Wesemann und weitere Spieler des FC Ostelbien gegen gegnerische Kicker. Dokumentiert wird auch, wie Schiedsrichter bedroht werden. Engagierter Journalismus, der etwas bewegt hat: In Folge der Medienberichterstattung kommt es letztlich zum Ausschluss des FC Ostelbien Dornburg aus dem Landessportbund.

Sonderpreis (500 Euro)

Sonderpreis für Nicolas Lindken (YouTube-Kanal TenseMakesSense) links Laudatorin Cornelia Habisch (Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt)

Nicolas Lindken (Tense)
für das Newsformat "TenseInformes" auf dem YouTube-Kanal TenseMakesSense "TenseInforms" ist ein YouTube-Newsformat, das sich in erster Linie an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Es geht darum, News übersichtlich und zielgruppengerecht aufzubereiten. Dabei greift YouTuber Nicolas Lindken immer wieder Themen auf wie "Wird Pegida jetzt radikal?", bei dem er am 19.10.2014 auf Dresden blickte. Sein Ziel: Themen und politische Entwicklungen gerade solchen Jugendlichen verständlich zu machen, die eigentlich wenig an Politik interessiert sind. Das Format wurde im Juli 2014 auf dem YouTube-Kanal "TenseMakesSense" gestartet, in Berlin von Mesh Collective, die im UFA Lab für den Bereich Education/ Bildung verantwortlich sind, mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung produziert.

Gruppenfoto

Gruppenfoto auf der Schauspielhaus-Bühne Magdeburg (von links) Cornelia Habisch (Landeszentrale für politische Bildung), Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (Ministerin für Justiz und Gleichstellung), Justus Bender (FAZ), Dr. Delal Atmaca (Vorstandssprecherin von DaMigra), Matthias Wyssuwa (FAZ), Albrecht Radon (mdr), Nicolas Lindken (YouTube-Kanal Tense-MakesSense), Uwe Gajowski (Deutscher Journalistenverband Sachsen-Anhalt) Foto: Marco Sensche

Der Journalistenpreis „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“ wurde im Rahmen der Gala „Tonangeben“ am 21. Januar  im Schauspielhaus Magdeburg verliehen. Gewinner sind: Justus Bender und Matthias Wyssuwa (FAZ), Albrecht Radon (mdr), und Nicolas Lindken (YouTube-Kanal Tense-MakesSense).

Fotogalerie (Fotos: Marco Sensche)

Stellvertretender Generalintendant und Verwaltungsdirektor Marc-Stefan Sickel begrüßt seine Gäste im Schauspielhaus Magdeburg
Die Schauspielhausband "Springen und Tanzen" übernahm die musikalische Umrahmung der Gala
Dr. Delal Atmaca von DaMigra, Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e. V. hielt ihren Gastvortrag
Andreas Mann moderierte die Veranstaltung, hier mit Cornelia Habisch und Nicolas Lindken
Preisträger Justus Bender, Matthias Wyssuwa und Albrecht Radon im Gespräch mit Dr. Delal Atmaca
Angeregte Gespräche im Foyer des Schauspielhauses
Chefredakteurin Franziska von Kempis, Preisträger Nicolas Lindken und Justizpressesprecherin Ute Albersmann im Gespräch
Auch dieses mal wieder mit dabei: Saxophonist Jan Sichting
Kostenfreie Publikationen der Landeszentrale für politische Bildung fanden regen Zuspruch
 
 
 

Frühere Preisverleihungen

Hier erhalten Sie Informationen zu den früheren Preisverleihungen in den Jahren