Aktuelles

Fußball als „Volkssport“ hat gesellschaftliche Verantwortung

Staatssekretär Hubert Böning begrüßt die Teilnahmer der Podiumsdiskussion
Staatssekretär Hubert Böning begrüßt die Teilnahmer der Podiumsdiskussion (Foto: M.Weller-Menzel BBZ lebensart e.V.)

Am 24. November 2016 lud das Ministerium für Justiz und Gleichstellung zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Sexismus und Homophobie im Sport in den Erdgas Sportpark (Halle) ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2016 und in enger Zusammenarbeit mit dem Verein BBZ lebensart e.V. und dem Projekt „STARK im Sport“ des Landessportbundes statt.

Nach der Begrüßung der Teilnehmenden und Podiumsgäste durch Justiz- und Gleichstellungsstaatssekretär Hubert Böning und durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Halle Susanne Wildner entspann sich eine rege Diskussion um die Themen (Un-)Sichtbarkeit (z. B. von Frauen im Sport und in Sportstrukturen, von homosexuellen Sportler_innen) sowie Vorbilder. So sei zwar das Coming-Out Thomas Hitzlsperger virulent diskutiert worden – dennoch seien daraufhin keine weiteren Coming-outs gefolgt und auch die Presse habe das Thema nach kurzer Zeit wieder fallen gelassen. Eine ausführliche Zusammenfassung der Diskussionsrunde lässt sich im Internetportal queer.de nachlesen.

2. Auflage der Kinderbücherliste erschienen

Bücherliste zur Geschlechter- und Familienvielfalt
Bücherliste zur Geschlechter- und Familienvielfalt

Prinzessin Isabella, Malte, der Erzieher, ein geheimnisvoller Ritter namens Namenlos - dies sind nur einige Figuren aus Bilderbüchern, die das Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V. im Auftrag des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt als Empfehlungen in einer Broschüre zusammengestellt hat. Eine erste Auflage war bereits im August 2016 an interessierte Fachkräfte verteilt worden. Mit der zweiten Auflage reagiert das Ministerium auf die hohe Nachfrage der Broschüre aus Fachkreisen sowie aus der breiten Öffentlichkeit. Die Broschüre kann Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen sowie Eltern bei Bedarf unterstützen, mit Kindern im Alter von 3 bis 8 Jahren über Geschlechterrollen, Familien und Identität auf spielerische und altersgerechte Art und Weise ins Gespräch zu kommen. Dabei werden unterschiedliche Themen, wie zum Beispiel Träume und Wünsche, Konflikte mit Gleichaltrigen, Respekt, Ausgrenzung und Liebe abgedeckt. Auch eine kleine Auswahl an Fachliteratur wird in der Broschüre vorgestellt. Die Broschüre können Sie über diesen Link herunterladen (Format: PDF).

Olivia Jones liest im Landtag

Olivia Jones mit Mitarbeiterinnen der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik anlässlich des weltweiten Vorlesetages im Landtag von Sachsen-Anhalt
Olivia Jones mit Mitarbeiterinnen der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik

Am 16. November 2016 hat die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu einer Lesung mit Olivia Jones in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingeladen.

Anlässlich des weltweiten Vorlesetages las sie aus ihrem Kinderbuch "Keine Angst in Andersrum - Eine Geschichte vom anderen Ufer". Im Vorfeld hatte Olivia Jones die skandalisierende und effektheischende Debatte kritisiert, die sich um die gemeinsame Veröffentlichung der Broschüre "Geschlechter- und Familienvielfalt. Eine Bücherliste mit Empfehlungen für Kinder von 3 bis 8 Jahren" durch das Ministerium für Justiz und Gleichstellung und das Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe (KgKJH) Sachsen-Anhalt e.V. entspann.

Mitarbeiterinnen der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik waren bei der Lesung und der anschließenden Diskussionsrunde vor Ort.

Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit

Weltweit wird am jährlich stattfindenden „Transgender Day of Remembrance“ am 20. November denjenigen transsexuellen und transgender Menschen gedacht, die Opfer von gewaltvollen oder sexualisierten Übergriffen geworden sind.

Ziel und Anliegen ist es, das anhaltend hohe Maß von gewaltvollen Erfahrungen in den Biografien von transgender und transsexuellen Menschen sichtbar zu machen. Menschenrechtsorganisationen weltweit machen zudem wiederholt darauf aufmerksam, dass sich bei einer hohen Zahl der Übergriffe transfeindliche und rassistische Motive verschränken.

Anlass für den Gedenktag war der Mord an Rita Hester in Massachusetts (USA) im November 1998. Die afro-amerikanische Transfrau war in ihrer Wohnung erstochen worden. Über den Mord gab es nahezu keine Berichterstattung. Der Fall gilt bis heute als ungeklärt.

In Deutschland werden von verschiedenen Vereinen, Verbänden und Initiativen Gedenkveranstaltungen organisiert. Von Oktober 2015 bis Oktober 2016 sind weltweit ca. 300 Morde gemeldet worden. Das Projekt „Transrespect versus Transphobia Worldwide“ stellt ein Monitoring sowie weiterführende Informationen zur Verfügung (in Englisch).

Geschlecht und sexuelle Identität – kein Thema für den Sport?

Podiumsdiskussion
Plakat zur Podiumsdiskussion

Dieser Frage möchte das Ministerium für Justiz und Gleichstellung in einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Schneller, höher, stärker – unsichtbar. Geschlecht und sexuelle Identität im Sport“ nachgehen.

Die Veranstaltung findet am 24. November 2016 im Fußballstadion in Halle (Erdgas Sportpark) im Rahmen der dritten Hirschfeld-Tage der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld statt.

Für die Diskussionsrunde wurden prominente Gäste eingeladen: So werden Tanja Walther-Ahrens (ehemalige Bundesliga-Fußballspielerin und aktive Sportwissenschaftlerin), Prof. Dr. Martin Schweer (Universitätsprofessor für Pädagogische Psychologie an der Universität Vechta und wissenschaftlicher Leiter der Initiative „Fußball für Vielfalt“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld), Moritz Müller-Wirth (Feuilletonist bei der ZEIT) und Silke Renk-Lange (Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung des Landessportbundes Sachsen-Anhalt) untereinander und mit dem Publikum ins Gespräch kommen.

Moderiert wird der Abend von Dr. Klemens Ketelhut (Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). Die Podiumsdiskussion beginnt um 18 Uhr.

Über diesen Link können Sie sich den Einladungsflyer mit allen Informationen zur Veranstaltung herunterladen.

Ärztliche Leitlinie stärkt Rechte intergeschlechtlicher Bürgerinnen und Bürger

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland (AWMF) hat im August 2016 die neue Leitlinie zum Umgang mit "Varianten der Geschlechtsentwicklung" veröffentlicht.

Unter diesem Begriff verstehen die Autorinnen und Autoren der Leitlinie Diagnosen, bei denen die körperlichen Kennzeichen für Geschlecht wie Chromosomen, Keimdrüsen oder äußerliche Geschlechtsmerkmale keine eindeutige Zuordnung zulassen (frühere Begriffe z.B. „Intersexualität“). Gestützt auf Positionen des Deutschen Ethikrates und auf Forderungen der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen empfiehlt die Leitlinie, operative Eingriffe an intergeschlechtlich geborenen Kindern nur dann vorzunehmen, wenn es medizinische Indikationen erforderlich machen.

Grundsätzlich tritt die Leitlinie dafür ein, betroffene intergeschlechtliche Menschen selbst über operative Eingriffe entscheiden zu lassen und ggf. die Entscheidungsfähigkeit eines Kindes abzuwarten. Den Empfehlungen der Leitlinie liegt eine Umkehr im Denken zugrunde: weg von der Vorstellung einer „Zweigeschlechtlichkeit“, hin zu einer Akzeptanz, dass die menschliche Biologie mehr als „eindeutig männlich“ und „eindeutig weiblich“ vorhält.

Broschüre „Geschlechter- und Familienvielfalt. Eine Bücherliste mit Empfehlungen für Kinder von 3 bis 8 Jahren"

Bücherliste zur Geschlechter- und Familienvielfalt
Bücherliste zur Geschlechter- und Familienvielfalt

In Umsetzung des „Aktionsprogramms LSBTTI“ ist in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe (KgKJH) Sachsen-Anhalt e. V. die Broschüre „Geschlechter- und Familienvielfalt. Eine Bücherliste mit
Empfehlungen für Kinder von 3 bis 8 Jahren“ herausgegeben worden. Die Broschüre kann Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Bildungssektor und Eltern darin unterstützen, den Fragen von Mädchen und Jungen zu Themen wie Geschlechterrollen, Geschlechtsidentität und Familien altersgerecht zu begegnen sowie positive Bilder zu Familien- und Geschlechtervielfalt anzubieten. Die Broschüre kann bei der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik kostenfrei bestellt werden.

Ministerin Keding ist Schirmherrin der Hirschfeld-Tage 2016

Logo der Hirschfeld-Tage 2016
Logo der Hirschfeld-Tage 2016

Im November und Dezember 2016 werden in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die dritten Hirschfeld-Tage ausgerichtet. Die Veranstaltungsreihe der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld erinnert alle zwei Jahre mit umfangreichen Projekten und Aktionen an den Sexualreformer und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung Dr. Magnus Hirschfeld. Zusammen mit Kooperationspartner_innen vor Ort wird sich auf verschiedenste Weise mit der Verfolgung und Diskriminierung, aber auch mit der Emanzipation und dem Alltag von LSBTTI auseinandergesetzt.

Als Schirmherrinnen beziehungsweise Schirmherr der ausrichtenden mitteldeutschen Bundesländer konnte die Stiftung Anne-Marie Keding, Ministerin für Justiz und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt, Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration in Sachsen, sowie Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, gewinnen. Als Kooperationspartner_innen der Bundesstiftung in Sachsen-Anhalt engagieren sich unter anderem LSVD Sachsen-Anhalt e.V., BBZ "lebensart" e.V., Dornrosa e.V. sowie der Lesben- und Schwulenpolitische Runde Tisch Sachsen-Anhalt (LSpRT).

Die Hirschfeld-Tage werden am Samstag, den 5. November 2016, mit einem großen Festakt in Erfurt feierlich eröffnet. Weiter Infos zur den Hirschfeld-Tagen 2016 finden Sie über diesen Link.

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie in Sachsen-Anhalt

Der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (kurz: IDAHOT) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai begangen. An diesem Tag möchten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in verschiedenen Ländern rund um den Globus durch öffentlichkeitswirksame Aktionen darauf aufmerksam machen, dass weltweit nach wie vor homo- und bisexuelle sowie transgender und transsexuelle Menschen von Diskriminierung und strafrechtlicher Verfolgung betroffen sind. Das Datum ist zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für psychische Erkrankungen zu streichen.

In Sachsen-Anhalt richten Vereine Aktionen vor den Rathäusern in Magdeburg und in Halle (Saale) aus. In Halle gibt es in diesem Jahr zudem einen thematischen Schwerpunkt, bei dem die Frage im Vordergrund steht, wie Unternehmen mit geschlechtlich-sexueller Vielfalt umgehen.

Tag der Sichtbarkeit – Transgender Day of Visibility

Jährlich am 31. März soll der "Transgender Day of Visibility" in der breiten Öffentlichkeit positive Aufmerksamkeit für transgeschlechtliche Menschen schaffen. Es geht hierbei darum, das Recht auf die geschlechtliche Selbstbestimmung und andere Anliegen rund um das Thema Transgeschlechtlichkeit in der Zivilbevölkerung sichtbarer zu machen. Weltweit werden transgeschlechtliche Menschen belächelt, beschimpft und benachteiligt. Das bedeutet, dass weiterhin Aufklärungsarbeit nötig ist, bis transgeschlechtliche und gendervariante Menschen in der Gesellschaft Akzeptanz erfahren. Anders als der internationale Transgender Day of Remembrance am 20. November ist der 31. März kein Tag des Gedenkens, sondern ein Tag, an dem es um Wertschätzung und Respekt geht.

Landesjugendhilfeausschuss beschließt einstimmig Leitsätze für Diversität in der Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalts

Die "Leitsätze für Diversität in der Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalts" wurden auf der Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses am 15. Februar 2016 beschlossen. Sie haben empfehlenden Charakter und sollen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe dabei unterstützen, Unterschiede unter Kindern und Jugendlichen und damit möglicherweise verbundene Benachteiligungen bewusster wahrzunehmen. Auch konkrete, einrichtungsbezogene Handlungsempfehlungen werden innerhalb der einzelnen Leitsätze angeregt. Dabei decken die Leitsätze die Themenfelder Interkulturalität, Gender, geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierung, Interreligiösität, körperliche, psychische, soziale und kognitive Fertigkeiten sowie Kinderrechte ab.

Der Leitsatz „Gender, geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierung“ ist von den Vereinen BBZ „lebensart“ e. V. und Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e. V. erarbeitet worden. Der Landesjugendhilfeausschuss wird die Leitsätze als Empfehlung an die örtlichen und freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe weiterleiten und fasste den Beschluss, in regelmäßigen Abständen die Umsetzung der Leitsätze zu überprüfen.

Aktionsprogramm für die Akzeptanz von LSBTTI im Kabinett vorgestellt

Sachsen-Anhalt hat einen Aktionsplan zur Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSPTTI) vorgelegt. Ziel ist, der Diskriminierung der Personengruppe entgegen zu treten und zum Thema geschlechtlich-sexueller Vielfalt zu informieren. Sachsen-Anhalts Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Prof. Angela Kolb, hat den Aktionsplan am 22. Dezember 2015 im Kabinett vorgestellt. Jetzt wird er dem Landtag zugeleitet. Über diesen Link erfahren Sie mehr zum Thema.